Xangsverein Penzendorf-Schwarzach

Chronik des Xangsvereins Penzendorf-Schwarzach:

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, der Millionen von Menschen großes Leid gebracht hatte, hätte er für den Stadtteil Penzendorf fast noch zu einer Katastrophe geführt. Penzendorf musste nämlich auf Befehl der damaligen Kreisleitung als „Stützpunkt für die Stadt Schwabach" von den deutschen Soldaten verteidigt werden, während sich die amerikanischen Truppen in Schaftnach „verschanzt" hatten. Nach einigen „Gefechtstagen" wurde von den Amerikanern folgendes Ultimatum gestellt: "Penzendorf wird dem Erdboden gleichgemacht, wenn es sich nicht innerhalb von 24 Stunden ergibt. Um ihr Dorf vor der Zerstörung zu bewahren, machten sich zwei mutige Penzendorfer (Christoph HELLER und Thomas ROMMEL) ausgestattet mit einer weißen Fahne als Zeichen der Übergabe auf den Weg nach Schaftnach. Dort gelang es ihnen, die amerikanische Gefechtsleitung von ihrem schrecklichen Vorhaben abzubringen. Bei ihrer Rückkehr wurden die beiden Männer von der SS gesucht, konnten aber zum Glück nicht aufgefunden werden.

Einige Jahre nach diesem fast verhängnisvollen Ereignis kamen am 4. März 1950 folgende 26 sangesfreudige Männer im Gasthaus Katheder in Penzendorf zusammen, um den Männergesangverein „Penzendorf und Umgebung" zu gründen:

Rudolf BACH, Johann BIEGERL, Hans BLUMENRÖTHER, Karl BREITEMEYER, Richard GELLERT, Emil GUBER, Christoph HELLER, Franz KINSCHEL, Fritz KLEIN, Christian KÜHLMANN, Franz KUNZE, Andreas MONTAG, Georg NACHTRAB, Hans NACHTRAB, Leonhard ORTNER, Ludwig ORTNER, Richard PETZOLD, Anton REINL, Fritz RENNER, Hans SIEGMANN, Georg STEINER, Christoph STEINMÜLLER, Andreas STENGEL, Josef STOLZ, Hans VOGEL und Max VOGEL.

Die erste Verwaltung des Vereins setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorstand: Andreas STENGEL, Penzendorf
2. Vorstand: Hans NACHTRAB. Sen., Schwarzach
Kassier : Hans SIEGMANN, Penzendorf
Schriftführer: Franz KINSCHEL, Penzendorf
Einkassier: Georg STEINER, Penzendorf
Notenwart: Anton REINL, Penzendorf

Als Chorleiter konnte Hauptlehrer Richard PETZOLD gewonnen werden. Die Aufgabe des Patenvereins übernahm der Gesangverein „Sängerlust Schwabach".

Die wöchentliche Probe fand jeweils am Samstagabend statt und wurde nur während der Faschingszeit auf Freitag verlegt oder fiel während dieser Zeit vollends aus.

Die Hauptaufgabe des Vereins wurde neben dem Singen und Musizieren in der Pflege der Geselligkeit gesehen. Durch fleißigen Probenbesuch und eifriges Üben wurden schon nach kurzer Zeit erfreuliche gesangliche Fortschritte erzielt, so dass der zwischen 14 und 18 Sängern starke Chor bei verschiedenen Anlässen (Hochzeiten, Geburtstagen, Sängerfesten usw.) auftreten konnte.

Nach dreijähriger Tätigkeit legte A. STENGEL in der Generalversammlung am 7.3.1953 sein Amt als erster Vorstand nieder. A. REINL wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

In einer Vorstandssitzung am 28.3.1953 wurde der Beschluss gefasst, der Sängergruppe Wendelstein beizutreten, was in der Gruppenversammlung am 25.10.1953 in Rednitzhembach einstimmig angenommen wurde.

Im folgenden Frühjahr wurde der Verein erstmals mit der Durchführung eines Gruppensängertages betraut. Er fand am 23.5.1954 in Penzendorf statt. Trotz eines „zweifelhaften Wetters" so ist in den Annalen zu lesen wurde er ein voller Erfolg.

Im März 1960 feierte der Verein das 10-jährige Bestehen. Es wurde in Form eines Liederabends im Vereinslokal begangen, an dem sich neben dem Jubelchor auch das „Quartett Schwarzach" und die „Liedertafel Schaftnach" mit gesanglichen Beiträgen beteiligten. Anlässlich dieses Jubiläums wurde erstmals ein Gruppenbild aller aktiver Sänger aufgenommen.

Als zu Beginn des Jahres 1961 Hauptlehrer R. PETZOLD seine Chorleitertätigkeit aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, übernahm Hans SCHMERSAHL aus Schaftnach die Leitung des Chores. Am 9.9.1962 fand wieder einmal ein Sängertag der Gruppe Wendelstein dieses Mal ein Herbstsängertag in Penzendorf statt.

Die nächsten Jahre waren im Vereinsleben recht turbulent. Zunächst lehnte A. REINL in der Generalversammlung am 6.1.1964 die Wahl zum 1. Vorstand ab, obwohl er einstimmig wiedergewählt worden war, so dass erst nach einer längeren Aussprache Georg JUNG, jun. gewonnen werden konnte, die Nachfolge anzutreten. Nach zwei Jahren erklärte sich dann A. REINL wieder bereit, das Amt des ersten Vorstandes zu übernehmen.

Auch die Stelle des Chorleiters musste ab August 1967 neu besetzt werden, da H. SCHMERSAHL wegen Wegzug nicht mehr zur Verfügung stand. Trotz vieler anderer Verpflichtungen erklärte sich Gruppenchorleiter R. LÖW aus Kornburg bereit, den Chor „aushilfsweise" zu übernehmen.

Mit der Neubesetzung des Chorleiters trat ein spürbarer Aufschwung in Bezug auf stimmliche Verbesserung, Erweiterung des Liedgutes und zunehmender Auftritte ein. So umrahmte der Chor erstmals am Volkstrauertag im November 1967 die Feier am Ehrenmal mit einigen Liedvorträgen. Außerdem fand im Mai des folgenden Jahres zum ersten Mal ein Liederabend statt, der großen Anklang fand.

Der Frühjahrssängertag der Gruppe Wendelstein am 9.6.1967 in Penzendorf stand unter keinem guten Stern. Wegen anhaltenden Regenwetters mussten die Lieder im beengten Saal des Vereinslokals vorgetragen werden, wodurch sie „klanglich nicht so gut zur Geltung kamen."

Infolge weiterer stimmlicher Verbesserung wurde auf Anregung des Chorleiters im Juni 1970 erstmals ein Lied in einem Nürnberger Studio für eine Langspielplatte mit fränkischen Chören aufgenommen.

Da im Jahr 1972 das Fest der Fahnenweihe bevorstand und sich der frühere Patenverein „Sängerlust Schwabach" aufgelöst hatte, trat dankenswerterweise der „Sängerkreis Kornburg" an seine Stelle.

Das große Fest vom 23. 25.6.1972 begann mit einem „Bunten Abend" am Freitag, wurde am Samstag mit einem Festkommers, an dem sich sämtliche Vereine der Gruppe Wendelstein beteiligten, fortgesetzt und endete am Sonntag mit der Fahnenweihe und einem „unübersehbaren" Festzug durch das geschmückte Dorf.

Bei der Generalversammlung am 6.1.1974 erklärte erster Vorstand A. REINL nach siebenjähriger Tätigkeit überraschend seinen Rücktritt. Willi („Peter") KOLB stellte sich für ein Jahr zur Verfügung.

Aus den vielen Auftritten während dieses Jahres ragten der „Seemannsliederabend", das Adventssingen im Waffenhof in Nürnberg sowie das erste Adventskonzert in der katholischen Kirche in Penzendorf unter Mitwirkung des Kinderchores Leerstetten Schwand und das Singen beim ersten Schwabacher Weihnachtsmarkt heraus.

Mit Beginn des Jahres 1975 übernahm K. GRUBER das Amt des ersten Vorstandes.

Während des Jahres veranstaltete der Verein zusammen mit der Heimatdichterin Else OPITZ zwei Abendsingen im Schwabacher Altersheim, beteiligte sich am ersten Maisingen im Stadtpark Schwabach und umrahmte im Juni das 75-jährige Jubiläum der FFW Penzendorf.

Am 6.7.1975 wurde das bereits lange geplante zweite Vereinsbild der aktiven Sänger aufgenommen, das bei der Jahreshauptversammlung am 6.1.1976 enthüllt wurde. In dieser Veranstaltung wurde nach teils sehr heftigen Debatten auch eine neue Vereinssatzung einstimmig angenommen, mit der die Umbenennung des Vereins in „Männerchor Penzendorf Schwarzach" erfolgte.

Beim Sommerfest der St. Lukasgemeinde am 30.5.1976 sang der Chor letztmals in dieser Kirche, die infolge des Baues der B2a kurz darauf abgerissen werden musste.

Vom 11. 13.6.1976 fand das im vorausgegangenen Jahr wegen der Feierlichkeiten der FFW Penzendorf verschobene 25jährige Vereinsjubiläum statt. Die dreitägige Feier begann am Freitag mit einem Festkommers, an dem mehrere verdiente Mitglieder geehrt wurden. Es wurde am Samstag mit einem „Bunten Abend", an dem der durch Funk und Fernsehen bekannte Jodler Sepp VIELLECHNER sowie die Geschwister GITTI und ERIKA mitwirkten, fortgesetzt und endete am Sonntag nach einem Platzsingen der teilnehmenden Vereine mit einem Festzug durch das fahnengeschmückte Dorf.

Im Laufe des Jahres nahm der Chor an einem Singen anlässlich des "Hans Sachs Festes" in Nürnberg und an der Einweihungsfeier der neu erbauten evang. Kirche „St. Lukas` in Penzendorf teil.

Höhepunkte der folgenden Jahre waren der gemeinsame Auftritt mit den Sängern aus Kornburg, Leerstetten und den Friseuren aus Nürnberg beim erstmals durchgeführten Bürgerfest in der Schwabacher Stadtkirche (23.7.78), der Frühjahrssängertag in Penzendorf (24.6.79) sowie der Besuch der befreundeten Sänger aus Kirchbach/Kärnten (13.10.79).

Zu Beginn des Jahres 1980 trat wieder einmal ein Wechsel an der Vereinsspitze ein. Da 1. Vorstand K. GRUBER aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte, wurde W. KATHEDER zu seinem Nachfolger gewählt.

In einer Verwaltungssitzung am 25.2.1980 wurde beschlossen, eine Einheitskleidung anzuschaffen, die dann erstmals beim Frühjahrssängertag in Wendelstein getragen wurde.

Im Mai 1980 umrahmte der Männerchor zusammen mit dem Patenverein „Sängerkreis Kornburg" und dem „Verein der Friseure Nürnberg" die Siegesfeier der deutschen Meisterschaft der Friseure im Messezentrum Nürnberg.

Die Vorstandschaft beschloss am 24.5.1983 auf Anfrage der „Liedertafel Schaftnach", anlässlich ihres 75 jährigen Bestehens die Patenschaft zu übernehmen.

In den nächsten Jahren begab sich die Sängerschar auf große Fahrten. Im Juni 83 stattete sie den Sangesfreunden aus Kirchbach/Kärnten einen Gegenbesuch ab und im folgenden Jahr wurde eine dreitägige Moselfahrt unternommen.

Die „Highlights" des Jahres 1987 waren der gemeinsame Auftritt mit den Friseuren in der Messehalle Nürnberg anlässlich der deutschen Meisterschaft der Friseure und die Teilnahme am 75jährigen Jubiläum mit Fahnenweihe unseres Patenvereins „Liedertafel Schaftnach".

Um die Gemeinnützigkeit des Vereins zu erlangen, wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 12.9.1989 eine neu erarbeitete Satzung beschlossen.

Im Laufe des Jahres begab sich der Verein wieder auf Reisen. Bei einer Fahrt nach München wurde auf Einladung des Schwabacher Landtagsabgeordneten Karl FRELLER das Maximilianeum besichtigt und im Herbst unternahm er eine mehrtägige Ungarnfahrt mit dem Besuch von Budapest und Wien. Außerdem beteiligte sich der Chor im Oktober desselben Jahres am Festkonzert zum 65jährigen Bestehen der Gruppe Wendelstein.

Der Mai 1990 stand im Zeichen unseres 40jährigen Vereinsjubiläums. Es wurde mit einem dreitägigen Fest gebührend gefeiert, an dem auch der gemischte Chor aus Ernst an der Mosel und unsere Sängerfreunde aus Kirchbach in Kärnten teilnahmen. Die herausragenden Ereignisse im Jahr 1991 waren die Aufnahmen in einem Fürther Tonstudio für eine Cassette zusammen mit den "Kotzbacher Musikanten", die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 90 jährigen Bestehen sowohl unseres Patenvereins „Sängerkreis Kornburg" als auch des MGV Kirchbach/Kärnten und das Singen auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt mit dem Conferencier Egon HELMHAGEN.

Am 7.7.1992 stand eine besondere Ehrung an. Bei einem Kameradschaftsabend wurde unser Chorleiter R. LÖW, der wie schon erwähnt den Chor 1967 nur „aushilfsweise" übernehmen wollte, für 25 Jahre aktives Wirken im Verein ausgezeichnet.

Der für Juni 1993 in Penzendorf geplante und wegen schlechten Wetters ausgefallene Sängertag der Gruppe Wendelstein wurde im Oktober im Schwabacher Markgrafensaal nachgeholt.

Im Jahre 1994 ragten das gemeinsame Singen mit dem „Sängerkreis Kornburg" an verschiedenen Nürnberger Brunnen anlässlich der 500 Jahr Feier zu Ehren von Hans Sachs und die Teilnahme an der 800 Jahr Feier von Leerstetten heraus.

Im Mai 1995 nahm unser „Vereinsfotograf“ und aktiver Sänger R. NICKEL ein neues Bild mit den aktiven Sängern auf.

Auf Einladung des MGV Kirchbach/Kärnten nahm der Männerchor im Juli 1996 am 95jährigen Vereinsjubiläum und an der gleichzeitig stattfindenden 700 Jahr Feier des Ortes teil.

Im November 1996 wurden in Roth zwei Lieder für eine CD mit Chören aus Franken aufgenommen.

Bei der Generalversammlung zu Beginn des Jahres 1998 erklärte der langjährige erste Vorstand W. KATHEDER aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen seinen Rücktritt. Sein Nachfolger wurde der bisherige zweite Vorstand P. KLEIN.

Der gesangliche Höhepunkt im Jahr 1999 war für den Verein die Teilnahme am Herbstsängertag in Schwanstetten, der zugleich auch das 75jährige Jubiläum der Gruppe Wendelstein bildete.

Das für das Jahr 2000 vorgesehene 50-jährige Vereinsjubiläum wurde wie bereits das 25-jährige Gründungsfest um ein Jahr auf 2001 verschoben, da die FFW Penzendorf im Millenniumsjahr ihr 100-jähriges Bestehen feierte und nach Meinung der Vorstandschaft für einen so kleinen Stadtteil wie Penzendorf zwei so große Festlichkeiten nicht so kurz nacheinander abgehalten werden sollten.

Unser Fest begann 24.05.2001 (Vatertag) um 10:00 Uhr mit einem Frühschoppen mit Weißwürsten. Mittags wurde gegrillt. Michael Klein machte Unterhaltungsmusik auf der „Steirischen“. Von 16:00 Uhr bis 20 Uhr spielte der Musikzug TV 1848 Schwabach.

Am Freitag dem 25.05.2001 wurden um 19:30 Uhr die Patenvereine „Sängerkreis Kornburg“ und der „Liedertafel Schaftnach“ eingeholt. Um 20:00 Uhr begann der Festkommers mit Grußworten, Ehrungen und Auftritt der Gruppenchöre der Sängergruppe Wendelstein.

Am Samstag fand der „Bunte Abend“ statt. Mitwirkende waren „Die Wilderer“, „Die zwei Globetrotter“ und Manfred Denninger als der „Nemberger Heini“. Durchs Programm führte Georg Renner.

Der Sonntag (27.05.2001) begann um 8:30 Uhr mit einem Ökumenischen Zeltgottesdienst. Von 9:30 Uhr bis 10:30 Uhr gab der MC Kirchbach ein Konzert. Anschließend war Frühschoppen. Nach dem Platzsingen (Haussingen) zog ab 14:00 Uhr ein toller Festzug durch unser Dorf. Das Fest klang mit einem gemütlichen Beisammensein aus.

Auf der Weihnachtsfeier 2007 wurde Rudolf Löw für 40 Jahre Chorleitertätigkeit beim Männerchor Penzendorf-Schwarzach gedankt.

Aus gesundheitlichen Gründen legte Rudolf Löw sein Amt als Chorleiter zum 31.12.2012 nieder.

Als seine Nachfolgerin wurde Nailia Feyzullaeva verpflichtet. Da Chorleiterin und Sänger nicht miteinander harmonierten wurde die Zusammenarbeit im September 2014 wieder beendet. Die Nachfolge als Chorleiter übernahm Michael Klein.

Da beim Männerchor immer weniger aktive Mitglieder mitsangen wurde an der Hauptversammlung im Januar 2015 beschlossen Frauen als Sängerinnen zu gewinnen.

Am 16. April 2015 war unsere erst Chorprobe mit Frauen. Seitdem geht es mit dem Singen im Verein wieder aufwärts. Auch nach der Probe wird die Geselligkeit gepflegt. Dies war die „Geburtsstunde“ des gemischten Chors „Xangsverein Penzendorf-Schwarzach“

Unser Ehrenmitglied und früherer Chorleiter Rudolf Löw verstarb am 28. Juni 2015.

In der Jahreshauptversammlung im Januar 2016 wurde aus dem Männerchor Penzendorf Schwarzach, durch Satzungsänderung, nun auch offiziell der gemischte Chor Xangsverein Penzendorf-Schwarzach.

Der Chor hat zur Zeit 23 akive Sängerinnen und Sänger.